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#HOT-TOPICS

Hot Legal Topics

Gesetze, BGH-Urteile und Trends in Litigation Funding & Legal-Tech.

26. MAI 2026LETZTE 4 TAGE (FR-MO)54 QUELLEN

Hier ist die Analyse der „Hot Legal Topics“ für die vergangenen vier Tage (Freitag, 22. Mai bis Montag, 25. Mai 2026), gefiltert nach massenklagen-relevanten Inhalten:

Hot Legal Topics — Dienstag

Zeitraum: letzte 4 Tage (Fr-Mo)

Neue Gesetze / EU-Direktiven

In den Quellen der vergangenen vier Tage finden sich keine neu verabschiedeten Gesetze oder EU-Direktiven, die unmittelbar neue Klagewellen im Verbraucher- oder Massenschadensrecht ermöglichen.

Hinweis zu strukturellen verwaltungsrechtlichen Verfahren: Das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) prüft aktuell im Rahmen einer der ersten Normenkontrollen nach dem neuen Asylrecht den Status von Georgien als sicheres Herkunftsland. Diese gerichtliche Überprüfung einer Einstufung hat weitreichende, strukturelle Massenwirkung für zukünftige asylrechtliche Verfahren [1].

BGH / Grundsatz-Urteile

Auf deutscher Ebene (BGH) gab es im betrachteten Zeitraum keine neuen Grundsatzurteile mit spezifischer Massenklagen-Relevanz.

Auf internationaler Ebene (hier: Australien und USA) zeigen sich jedoch aktuelle obergerichtliche Entwicklungen und neue Klagewellen mit starkem Präzedenzcharakter:

  • Schadensnachweis bei Aktionärsklagen (High Court): In einer massiven Class Action wehrt sich die Commonwealth Bank of Australia (CBA) vor dem High Court gegen Schadensersatzforderungen von Aktionären. Die Bank argumentiert grundlegend, dass die Kläger keinen tatsächlichen finanziellen Verlust („any loss at all“) nachgewiesen hätten und warnt davor, bloße Materialitätsverstöße mit einem konkreten Schaden gleichzusetzen – eine zentrale Fragestellung für die Verteidigung in kapitalmarktrechtlichen Massenklagen [2].
  • Haftung bei Umweltschäden ("Mass Torts"): Ein Berufungsgericht hat den Sieg von Landeigentümern in einer großen Schadensersatzklage zu australischen Buschbränden (Bushfire Mass Tort) bestätigt. Das Urteil verfestigt die Haftungsgrundsätze in Massenverfahren, da nachgewiesen werden konnte, dass das Feuer von einem monatelang unzureichend überwachten und schwelenden Vegetationshaufen ausging [3].
  • Aktuelle Klagewellen gegen die Tech- und Gig-Economy: In den USA rollen neue potenziell massenwirksame Verfahren an. So wird Grubhub wegen des Verdachts auf Lohndiebstahl und illegaler biometrischer Gesichtsscans bei Kurierfahrern verklagt [4]. Netflix und Pfizer sehen sich mit Datenschutz-Sammelklagen konfrontiert, weil sie das Nutzerverhalten angeblich trotz Opt-Out-Erklärungen heimlich getrackt und Daten weiterverkauft haben sollen [5, 6]. Die Spieleplattform Roblox wird wegen mutmaßlicher unbezahlter Kinderarbeit bei der massenhaften Spieleentwicklung ("40-hour weeks [...] for little or no pay") per Class Action in Anspruch genommen [7].

Trends in Litigation Funding & Legal-Tech

  • Sicherheitsleistungen (Security for Costs) vs. ATE-Policen: Ein Gericht lehnte in einer Sammelklage gegen Phoslock und KPMG den Antrag der Kläger ab, die Zahlung einer überfälligen Prozesskostensicherheit in Höhe von 1,6 Mio. Dollar aufzuschieben. Die Begründung der Kläger, man stecke noch in Verhandlungen über eine After-The-Event (ATE) Versicherungspolice, ließ der Richter nicht gelten [8]. Dies verdeutlicht, dass Gerichte im Bereich Litigation Funding harte Fristen bei Cash-Sicherheiten setzen und ATE-Versicherungen diese nicht ohne Weiteres aufschieben können.
  • KI-gestützte Massenbearbeitung ("Legal Factory"): Die Großkanzlei Thomson Geer hat unter dem Namen Faculti Lawyers eine eigene, primär KI-gesteuerte Rechtspraxis gegründet. Das Legal-Tech-Modell ist speziell darauf ausgelegt, hochvolumige und standardisierte Rechtsdienstleistungen (High-Volume Legal Services) für institutionelle Mandanten hochskaliert und effizient abzuwickeln [9].
  • Haftungsrisiken bei standardisierter Beratung: Dass die massenhafte "Fließband"-Beratung auch Risiken birgt, zeigt eine aktuelle Class Action gegen Knowmore Legal. Dem Zentrum wird vorgeworfen, Mandanten unzureichende, rein schematische juristische „Cookie Cutter“-Beratung geliefert zu haben [10]. Dies illustriert die Haftungsgefahren, wenn Legal-Tech und Standardisierung zu Lasten der Einzelfallprüfung gehen.